Feuerlöschschaum als pfas-quelle – alternativen für feuerwehr und industrie im praxischeck

Feuerlöschschaum als pfas-quelle – alternativen für feuerwehr und industrie im praxischeck

Warum ausgerechnet Feuerlöschschaum ein PFAS-Problem ist

Wenn über PFAS in der Umwelt gesprochen wird, denken viele zuerst an Outdoor-Kleidung, Pfannenbeschichtungen oder Fast-Food-Verpackungen. In der Praxis ist aber eine andere Quelle oft viel relevanter – gerade für Kommunen, Werksgelände und Flughäfen: Feuerlöschschaum.

Feuerlöschschäume mit PFAS wurden jahrzehntelang als „Goldstandard“ für die Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden (z.B. Kraftstoff, Lösungsmittel) eingesetzt. Sie sind effektiv, einfach zu handhaben – und gleichzeitig eine der hartnäckigsten Ursachen für PFAS-Verunreinigungen im Boden und im Grundwasser.

In diesem Artikel schauen wir uns Schritt für Schritt an:

  • Was Feuerlöschschaum chemisch eigentlich ist und warum PFAS darin verwendet wurden
  • Wie solche Schäume Boden und Trinkwasser belasten
  • Welche gesetzlichen Vorgaben aktuell gelten (Deutschland / EU)
  • Welche PFAS-freien Alternativen es heute realistisch gibt – und wo ihre Grenzen liegen
  • Was Feuerwehren, Betriebe und Kommunen jetzt konkret tun können

PFAS im Feuerlöschschaum – die chemische Grundlage

Feuerlöschschaum (meist als „AFFF“ – Aqueous Film Forming Foam – bezeichnet) ist eine Mischung aus Wasser, Schaummittelkonzentrat und Luft. Das Schaummittel enthält Tenside, also waschaktive Substanzen, die die Oberflächenspannung des Wassers stark herabsetzen. Genau hier kommen PFAS ins Spiel.

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine sehr große Stoffgruppe mit tausenden Verbindungen. In Löschschäumen wurden vor allem sogenannte fluortenside eingesetzt. Sie haben zwei zentrale Eigenschaften:

  • Sie sind extrem wasser- und fettabweisend (hydrophob und lipophob)
  • Sie sind thermisch und chemisch sehr stabil – sie zerfallen also kaum

Genau diese Kombination macht sie für die Löschtechnik attraktiv: Der Schaum breitet sich als dünner Film über brennende Flüssigkeiten aus, erstickt die Flammen und verhindert das erneute Entzünden. Für sicherheitskritische Bereiche wie Flughäfen, Raffinerien und Chemiebetriebe war das lange Zeit die bevorzugte Lösung.

Bekannte Stoffe aus dieser Gruppe sind z.B. PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäure), beide mittlerweile weltweit als besonders problematisch eingestuft und stark reguliert oder verboten.

Vom Löschangriff zur Grundwasserbelastung – der Weg der PFAS

Was passiert mit dem Schaummittel, wenn der Brand längst gelöscht ist? Aus Sicht des Brandschutzes ist der Einsatz beendet. Aus Sicht des Wasserschutzes fängt das Problem jetzt erst an.

Typische Wege in die Umwelt sind:

  • Übungseinsätze auf Trainingsplätzen, bei denen der Schaum auf unbefestigte Flächen gelangt
  • Echte Einsätze bei Tanklagern, Industriebränden oder Verkehrsunfällen
  • Auslaufen oder unsachgemäße Entsorgung von Konzentrat oder Spülwasser aus Fahrzeugen

Da PFAS wasserlöslich sein können und im Boden kaum abgebaut werden, versickern sie zusammen mit dem Löschwasser. Über Jahre bis Jahrzehnte wandern sie in Richtung Grundwasser. Dort können sie sich in Brunnen, Quellen oder Oberflächengewässern anreichern.

Typische Merkmale solcher Verunreinigungen:

  • Große Einzugsgebiete: Ein einziger Standort kann mehrere Kilometer weiter entfernte Trinkwasserbrunnen beeinflussen.
  • Lange Zeiträume: Oft werden erhöhte PFAS-Werte erst viele Jahre nach den ursprünglichen Einsätzen entdeckt.
  • Diffuse Quellen: Alte Feuerwehr-Übungsplätze, frühere Industriebrände oder längst stillgelegte Anlagen – vieles lässt sich kaum noch lückenlos rekonstruieren.

In Deutschland wurden PFAS-Belastungen durch Feuerlöschschäume u.a. an folgenden Standorten dokumentiert:

  • Militärflugplätze und zivile Flughäfen
  • Chemie- und Mineralölstandorte
  • Feuerwehr-Übungsgelände, teils in kommunaler Trägerschaft

Für die betroffenen Wasserversorger bedeutet das häufig aufwendige Sanierungsmaßnahmen, zusätzliche Aufbereitungsschritte (z.B. Aktivkohlefilter) und hohe Kosten – über Jahre.

Gesundheitliche Aspekte – warum PFAS aus Löschschäumen relevant sind

PFAS aus Feuerlöschschäumen unterscheiden sich chemisch nicht grundsätzlich von PFAS aus anderen Quellen. Viele der Verbindungen sind:

  • Bioakkumulierend – sie reichern sich im Körper an
  • Persistent – sie werden nur sehr langsam abgebaut
  • Toxikologisch relevant – bereits im niedrigen Nanogramm-Bereich pro Liter im Trinkwasser werden sie heute kritisch betrachtet

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2020 einen sehr niedrigen tolerierbaren Wochenaufnahmewert (TWI) für eine Gruppe von vier PFAS (PFOS, PFOA, PFHxS, PFNA) festgelegt. Diese Neubewertung hat dazu geführt, dass selbst geringe Einträge, wie sie aus früheren Löschschaumeinsätzen stammen können, ernst genommen werden müssen.

Für Einsatzkräfte kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Sie haben im Laufe ihres Berufslebens oft wiederholt Kontakt mit Konzentraten und mit belasteten Übungsflächen. Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Feuerwehrleute teilweise erhöhte PFAS-Blutspiegel aufweisen. Die Bewertung dieser Risiken ist komplex und noch nicht vollständig abgeschlossen, aber sie unterstreicht die Notwendigkeit, Expositionen möglichst zu minimieren.

Rechtliche Lage: PFAS in Löschschäumen im Fokus von EU und Deutschland

Rechtlich hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Wichtig ist dabei, zwischen verschiedenen Ebenen zu unterscheiden.

1. Einzelstoff-Regulierung

  • PFOS ist in der EU seit Jahren praktisch verboten (Stockholm-Konvention, POP-Verordnung).
  • PFOA und verwandte Verbindungen fallen ebenfalls unter strikte Beschränkungen (REACH, POP-Verordnung).

Altbestände von Löschschäumen mit PFOS/PFOA mussten teilweise schon entsorgt oder durch andere Produkte ersetzt werden. Dennoch können Restmengen in alten Tanks oder Geräten vorhanden sein – gerade auf wenig frequentierten Standorten.

2. Gruppenbeschränkungen für PFAS

Aktuell wird auf EU-Ebene eine weitgehende PFAS-Gruppenbeschränkung diskutiert, an der u.a. Deutschland beteiligt ist. Löschschäume sind in den Beschränkungsdokumenten ausdrücklich als relevanter Anwendungsbereich genannt. In der Praxis bedeutet das: Der regulatorische Trend geht klar in Richtung weiteren Rückbaus von fluorhaltigen Löschschäumen.

3. Trinkwasserrecht

In Deutschland und der EU werden PFAS-Grenz- und Richtwerte im Trinkwasser deutlich verschärft. Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie führt z.B. Werte für die Summe bestimmter PFAS ein. Für Wasserversorger steigt damit der Druck, Eintragsquellen – zu denen Löschschäume gehören – systematisch zu identifizieren und zu minimieren.

Fluorhaltig vs. fluor­frei – was unterscheidet die Schaumsysteme?

In der Praxis gibt es heute grob zwei Gruppen von Feuerlöschschäumen:

  • Fluorhaltige Schäume (F-FOAMS), klassischerweise AFFF und verwandte Produkte
  • Fluorfreie Schäume (F3, „Fluorine-Free Foam“), die ganz auf PFAS verzichten

Fluorhaltige Schäume sind technisch nach wie vor leistungsfähig, insbesondere bei:

  • großen Flüssigkeitsbränden (z.B. Kerosin, Benzin)
  • sehr anspruchsvollen Einsatzszenarien, etwa an Großflughäfen

Allerdings steht ihnen die Langzeit-Umweltlast entgegen. Viele Betreiber steigen daher – wo immer möglich – auf fluorfreie Alternativen um.

Fluorfreie Schäume arbeiten mit anderen Tensiden und Stabilisatoren (z.B. Kohlenwasserstoff-Tensiden, Proteinen oder synthetischen Polymeren), sind aber in keinem Fall „chemiefrei“. Wichtig ist hier die differenzierte Betrachtung:

  • Sie enthalten keine PFAS – das ist der große Vorteil für den Gewässerschutz.
  • Andere Inhaltsstoffe können ihrerseits umweltrelevant sein (z.B. hohe CSB-Fracht, andere Abbauprodukte), aber sie sind in der Regel nicht persistent im PFAS-Sinn.

Leistungsfähigkeit PFAS-freier Alternativen – was sagen Praxistests?

Die zentrale Frage vieler Feuerwehren und Sicherheitsverantwortlicher lautet: Löscht fluorfreier Schaum genauso gut?

Die Antwort ist: Es kommt darauf an – auf das Szenario, das Schaummodell, die Technik und die Ausbildung. Aus verschiedenen unabhängigen Tests und Erfahrungsberichten lassen sich einige Trends ableiten:

  • Feststoffbrände (Brandklasse A)
    Hier werden in der Regel gar keine fluorhaltigen Schäume benötigt. Moderne fluorfreie Schäume oder sogar reines Wasser (ggf. mit Netzmittel) sind für viele Einsätze ausreichend.
  • Flüssigkeitsbrände (Brandklasse B) im „normalen“ Industrie- und Kommunalbereich
    Viele fluorfreie Schäume erreichen hier heute vergleichbare Löschleistungen, vorausgesetzt:
    • das Schaumsystem (Mischrate, Zumischer, Strahlrohre) ist darauf abgestimmt
    • Taktik und Ausbildung auf den neuen Schaumtyp angepasst sind
  • Sehr große oder komplexe Brandereignisse
    Bei extremen Szenarien (z.B. Großflughäfen, petrochemische Großanlagen) wird noch diskutiert, ob fluorfreie Systeme in allen Fällen die gleiche Sicherheitsreserve bieten. Hier verlangt die Umstellung eine sorgfältige Risikoanalyse und umfangreiche Tests.

Ein häufiger Praxisfehler: Der fluorfreie Schaum wird 1:1 wie der bisherige AFFF eingesetzt – mit identischer Technik und Taktik. Wird dann eine schlechtere Performance beobachtet, liegt das nicht zwangsläufig am Produkt, sondern oft an mangelnder Anpassung der gesamten Löschstrategie.

Was machen Feuerwehren im Alltag? Erfahrungen aus der Praxis

In den letzten Jahren sind viele Feuerwehren in Deutschland den Schritt zu PFAS-freien Produkten gegangen – häufig aus eigener Initiative oder auf Grundlage von Vorgaben der Kommunen oder Betreiber.

Typische Maßnahmen:

  • Bestandsaufnahme der vorhandenen Schaummittel (Hersteller, Typ, Sicherheitsdatenblatt, mögliche PFAS-Gehalte)
  • Priorisierung von besonders sensiblen Standorten (z.B. Einsätze im Einzugsgebiet von Trinkwasserbrunnen)
  • Schrittweiser Austausch fluorhaltiger Schäume gegen fluorfreie Alternativen, beginnend bei Übungsschaum
  • Anpassung der Ausbildung, z.B. andere Auftragsarten, Schaumarten, Mischraten
  • Optimierung der Entsorgung von Restmengen und kontaminiertem Spülwasser

Ein pragmatischer Ansatz, den man häufig in der Praxis sieht: Fluorhaltige Schaummittel werden nur noch für sehr spezielle Szenarien vorgehalten, während der Großteil der Einsätze und Übungen mit fluorfreien Produkten abgedeckt wird. Damit sinkt das Gesamt-Risiko für PFAS-Einträge deutlich – ohne dass die Einsatzbereitschaft leidet.

Industrie, Flughäfen und Tanklager – besondere Anforderungen, besondere Verantwortung

In sicherheitskritischen Infrastrukturen ist der Spagat besonders groß: Einerseits gelten hohe Anforderungen an die Löschleistung, andererseits stehen Betreiber unter wachsendem Druck, PFAS-Emissionen zu reduzieren.

Typische Schritte, die hier umgesetzt werden:

  • Standortbezogene Risikoanalyse: Welche Brandlasten, welche Szenarien, welche möglichen Umweltauswirkungen?
  • Versuchseinsätze mit fluorfreien Schäumen unter realitätsnahen Bedingungen
  • Technische Umrüstung von festeingebauten Schaum-Anlagen, Tanks und Zumischsystemen
  • Abscheidung und Behandlung von Löschwasser (z.B. Auffangbecken, Aktivkohle, spezielle PFAS-Adsorber)
  • Sanierung historisch belasteter Flächen, soweit Risiken für Grund- und Trinkwasser bestehen

Die Investitionen sind hier oft erheblich. Gleichzeitig gilt: Je später umgestellt wird, desto höher sind die Folgekosten – insbesondere, wenn PFAS erst entdeckt werden, nachdem sie sich bereits im Grundwasser ausgebreitet haben.

PFAS-freie Alternativen: Worauf sollten Beschaffer achten?

Der Markt für fluorfreie Löschschäume wächst rasant. Für Beschaffer und Verantwortliche entsteht damit die Herausforderung, Produkte sorgfältig zu bewerten – jenseits von Marketingversprechen.

Wichtige Prüfpunkte:

  • Transparente Deklaration:
    • Enthält das Produkt nachweislich keine PFAS (inkl. Vorläuferstoffe)?
    • Gibt es unabhängige Analysen oder Zertifizierungen?
  • Zulassungen und Normtests:
    • Wurden einschlägige Normen und Prüfprotokolle erfüllt (z.B. EN, ICAO für Flughäfen etc.)?
    • Liegt eine Freigabe des jeweiligen Anlagen- oder Fahrzeugherstellers vor?
  • Kompatibilität mit bestehender Technik:
    • Stimmen Viskosität und empfohlene Mischrate mit den vorhandenen Zumischern überein?
    • Ist das Produkt mit den verwendeten Materialien (Dichtungen, Schläuche, Tanks) verträglich?
  • Umweltprofil außerhalb PFAS:
    • Wie hoch ist die organische Fracht (CSB/BSB)?
    • Gibt es problematische Inhaltsstoffe jenseits von PFAS?
  • Praxisversuche:
    • Wurde der Schaum mit der eigenen Mannschaft, Technik und unter realen Bedingungen getestet?

Aus Sicht des Gewässerschutzes ist „PFAS-frei“ ein großer Schritt nach vorn – aber kein Freifahrtschein. Auch fluorfreie Schäume sollten nicht unbegrenzt in die Umwelt gelangen und gehören in ein durchdachtes Entsorgungskonzept.

Schritt-für-Schritt-Plan: PFAS-Risiken durch Löschschaum reduzieren

Was können Feuerwehren, Kommunen und Betriebe konkret tun, um PFAS-Einträge aus Löschschaum zu minimieren? Ein praxisnaher Ansatz kann wie folgt aussehen:

  • 1. Bestandsaufnahme
    • Alle vorhandenen Schaummittel erfassen (Typ, Menge, Lagerort, Alter)
    • Sicherheitsdatenblätter prüfen, ggf. Hersteller gezielt nach PFAS-Gehalt fragen
    • Altbestände mit PFOS/PFOA identifizieren
  • 2. Risikoanalyse
    • Wo werden Schäume typischerweise eingesetzt (Übungsplatz, Industrieanlagen, Verkehrsknotenpunkte)?
    • Gibt es in der Nähe sensible Bereiche (Trinkwasserbrunnen, Wasserschutzgebiete)?
  • 3. Umstiegsstrategie entwickeln
    • Übungsschaum prioritär auf PFAS-freie Produkte umstellen
    • Für reale Einsätze prüfen, wo fluorfreie Schäume fachlich ausreichend sind
    • Nur dort fluorhaltige Schäume vorhalten, wo dies nachweislich sicherheitskritisch ist
  • 4. Technik und Ausbildung anpassen
    • Zumischer, Dosiersysteme und Lagerbehälter auf Kompatibilität prüfen
    • Taktische Konzepte überarbeiten und Mannschaft schulen
    • Regelmäßige praktische Tests mit dem neuen Schaummittel durchführen
  • 5. Umweltmanagement verbessern
    • Lösch- und Übungswasser nach Möglichkeit auffangen und behandeln
    • Klare Regeln für Übungen festlegen (z.B. kein Schaum auf unbefestigten Flächen)
    • Entsorgungskonzepte für Altbestände und kontaminierte Restmengen erarbeiten
  • 6. Monitoring und Kommunikation
    • In sensiblen Bereichen Grundwasser- oder Oberflächenwasser-Monitoring prüfen
    • Transparente Information von Belegschaft, Öffentlichkeit und Behörden, wo angemessen

Was bedeutet das für Trinkwasserversorger und Kommunen?

Auch wenn die operative Verantwortung für Feuerlöschschäume oft bei Feuerwehren oder Betrieben liegt, haben Kommunen und Wasserwerke ein großes Interesse daran, PFAS-Quellen frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Sinnvolle Schritte aus Sicht der Wasserversorgung:

  • Einzugsgebiete analysieren: Gibt es im Einzugsgebiet von Brunnen oder Talsperren Standorte mit früheren oder aktuellen Löschschaumeinsätzen (Flughäfen, Übungsplätze, Tanklager)?
  • Früherkennung: Regelmäßige Screening-Untersuchungen auf PFAS in Roh- und Trinkwasser an potenziell belasteten Standorten.
  • Dialog mit Feuerwehren und Betrieben: Frühzeitig über geplante Umstellungen, Risiken und Lösungswege sprechen.
  • Gemeinsame Notfallpläne: Wie wird bei größeren Löschwasseranfall mit potenziell PFAS-haltigen Frachten umgegangen?

Je besser diese Akteure vernetzt sind, desto eher lassen sich praktische Lösungen finden, die sowohl den Brandschutz als auch den Trinkwasserschutz berücksichtigen.

Ausblick: PFAS-freie Brandbekämpfung als neuer Standard

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eine klare Richtung: PFAS-haltige Feuerlöschschäume werden Schritt für Schritt abgelöst. Der Gesetzgeber erhöht den Druck, die technische Entwicklung liefert zunehmend leistungsfähige Alternativen, und die Sensibilität für Grund- und Trinkwasserschutz wächst.

Für Einsatzkräfte, Sicherheitsverantwortliche und Wasserfachleute bedeutet das vor allem eines: Gestaltungsspielraum. Wer frühzeitig seine Bestände prüft, Alternativen testet und Prozesse anpasst, kann die Umstellung aktiv steuern – statt später unter Zeitdruck auf regulatorische Vorgaben reagieren zu müssen.

Feuer löschen, ohne neue Umweltprobleme zu schaffen – das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der richtigen Vorbereitung. PFAS-freie Löschtechnik ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern in vielen Bereichen bereits heute gelebte Praxis. Die Kunst besteht darin, genau hinzuschauen, wo welche Lösung sinnvoll ist – und den eigenen Standort Schritt für Schritt dorthin zu entwickeln.